Satire von Kordula Völker

(Januar - August 2002) www.voelker-kabarett.de


Kordula Völkers Satire war bei Rainbow City von Januar bis August 2002 zu hören. Die Satirebeiträge stammten aus ihrem Buch: "Machen Männer dumm".

Dieses Buch enthält eine Satiresammlung, die von Kordula Völker für das Frauenmagazin "Abwasch" geschrieben und beim WDR gesendet wurden.

Drei ihrer Beiträge im Realplayerformat könnt Ihr hier noch mal hören:

Himmlische Aussichten
Justizia ist ein Mann

Pinkelpause


Manuela machte ein Interview mit ihr, 
dass in der lesbischwulen Zeitschrift Die Andere Welt abgedruckt wurde.
Das Interview:

Kordula Völker – Kabarett mit Biss   

Seit Januar 2002 ist Kordula Völker auch in Berlin zu hören, denn dort gibt’s samstags bei Rainbow City – Radio für Lesben und Schwule, in jeder Sendung einen Satirebeitrag von ihr.
Die Satire ist aus dem prallen Leben gegriffen und spiegelt die Realität auf einer ironischen und sarkastischer Weise wieder. Es werden Themen wie Sparen, Rentenproblematik, Justiz aufs Korn genommen, wie auch die Frauenbewegung und die Lesben kritisch beleuchtet.
Kordula Völker hat den Blick für Menschen, die zum ärmeren Zweidrittel unserer Bevölkerung gehören, nicht verloren und geht mit unserer Gesellschaft sozialkritisch in Gericht. Sie greift nicht zur Moralkeule, um den ZuhörerInnen ins Gewissen zu reden, sondern sie bringt sie zum lachen und regt zum Nachdenken an. 
Die Satirebeiträge sind aus ihrem Buch „Machen Männer dumm?“, einer Satiresammlung, die früher im WDR im Frauenmagazin „Abwasch“ zu hören waren.
Kordula Völker beschreibt dieses Buch selbst 
"... Was hat dieses Buch zu bieten? 
1.) 152325 Buchstaben, 4928 Zeilen und jede Menge Seitenhiebe.
2.) Zahlreiche Charakterstudien, praktische Tipps und erhellende Einsichten.
3.) Das Lesen dieses Buches erspart Ihnen den Gang zum Therapeuten....".  

Kordula Völker ist eine sehr vielseitige Künstlerin, von Beruf aus Hörfunkjournalistin, folgte sie ihrer Berufung und ist Kabarettistin, Autorin, Komponistin, Regisseurin und Liedermacherin.

Auf die Frage, seit wann sie ihrer Berufung folgt, antwortete sie:

„Angefangen habe ich vor 20 Jahren als Liedermacherin im Rahmen der Frauen- und Friedensbewegung. In der Regel waren das Auftritte in NRW, dass heißt, ich war regional in der Szene bekannt, aber weit davon entfernt berühmt zu sein.  

Nach 6 Jahren hatte ich genug von der Singerei, zumal ich mit dem Gitarrenspiel nicht virtuos glänzte. Ich merkte, dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genügte. Ich hatte danach ein Kabarettprogramm (‚Radio Rote Zora’ zusammengestellt, aber dies war wiederum schauspielerisch so schlecht, dass ich es nach 3 Auftritten nicht mehr aufführte. Ich habe mich dann erst einmal zurückgezogen, Gesangsunterricht genommen, mein Schauspiel verbessert und meine Profikarriere 1994 mit ‚Liebe, Lust und Leidenschaft’ gestartet. Seit dem sind 5 Programmen entstanden ‚Herzlichen Glückwunsch’, ‚Is ja irre!’, ‚Alles wird gut’ und nun als letztes ‚Damenwahl - lesbisch für Fortgeschrittene’.“  
Angesichts ihrer vielen Talente, lag es nahe sie zu fragen, ob diese Kreativität in der Familie liegt oder sie auf diesem Gebiet Pionierarbeit leistet?

„Ich denke, der Teil, der sicherlich als Grundlage die Begabung ausmacht ist mir in die Wiege gelegt worden. Die anderen 50 % sind knochenharte Arbeit. D.h. Unterricht, Lernen, Proben, Auftritte und Erfahrungen machen - im positiven, wie im negativen Sinne.“

Die Künstlerin ist in Lesbenkreisen mittlerweile überregional bekannt und sehr erfolgreich. Was waren ihre größten Erfolge? Worüber freut sie sich bei Ihren Auftritten am meisten?

Meine Erfolge messe ich nicht an der Größe des Erfolges, an der Zahl des Publikums, oder der Höhe der Gage. Ich freue mich im Kleinen, an den Begegnungen mit Menschen. Wenn nach dem Auftritt eine Frau kommt und sich bedankt, weil Sie nach langer zeit wieder einmal Lachen konnte, dann freut mich das eigentlich am total. Oder auch wenn Diskussionen entstehen, über das, was ich satirisch kritisiert habe, dann freut mich das genauso. Mit meinem Kabarett will ich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Mein größer Erfolg ist aber der, dass ich mit dem was ich auf der Bühne tue und wie ich es tue mit mir als Künstlerin und als Mensch im inneren, wie im äußeren stimmig bin - auch wenn ich damit kein großes Publikum erreiche.“

Ich fragte Kordula Völker, ob sie Vorbilder hat?

„Ja. Als ich 1994 zum ersten Mal Lisa Polit vom Hamburger Duo "Herrchens Frauen" gesehen habe, da wusste ich, diese kompromisslose Schärfe möchte ich mir auch erarbeiten. Was Gesang und Liedtexte angeht, so liebe ich Hildegard Knef. Aber mehr noch als ihre Kunst finde ich ihre innere Große bemerkenswert. Sie war eine Persönlichkeit nicht nur auf der Bühne, und das finde ich ebenso erstrebenswert. Aber ich versuche nicht im Sinne meiner Vorbilder das gleiche zu tun, sondern meinen eigenen Weg zu finden, etwas was meine ureigenste Handschrift ist. Ich bin lieber ein unbekanntes Original als eine berühmte Kopie.“

Ich erwähnte schon ihr Buch „Machen Männer dumm?“ und hakte neugierig nach, welche Bücher es noch von ihr gibt? Welche Themen beinhalten diese?  

„Bis lang sind zwei Bücher erschienen: "Erna Coslowskis Familienleben" (Herder Verlag - aber bereits vergriffen.) Das war eine Satire-Sammlung der besten Hörfunk-Geschichten, die ich von 1994-95 für WDR 2 geschrieben habe.

Mein zweites Buch "Machen Männer dumm?" habe ich im letzten Herbst in meinem eigenen Verlag herausgebracht. Dies ist eine best-off-Sammlung der Radiosatiren für das WDR 5 Frauenmagazin "Abwasch" aus den Jahren 1996-99. Die Themenpalette reicht vom privaten (Erziehung, Beziehung, Wechseljahre) bis zum Politischen (Gewalt gegen Frauen, Bundeswehr, Rente).“ 

Wie entstehen Deine Satiren? Die Thematiken sind sehr vielfältig, wie kommst Du auf die Themen?

„ Allerdings immer geschrieben aus der Sicht einer Frau,  das heißt für mich nach wie vor Frauenparteilich, feministisch und da, wo es notwendig ist, als Lesbe sichtbar erkennbar. Aber neben Männer -und Gesellschaftskritik, kriegen auch die Frauen ihr Fett ab.
(Und gelegentlich schaue ich für die Selbstironie auch in den Spiegel.)“
 

Viele kennen die CD "Liebe , Lust und Leidenschaft", die in Lesbenkreisen sehr beliebt ist. Wann ist die CD entstanden?  

„Die CD ist ein Jahr nach der Premiere (1994) des Bühnenprogramms entstanden. Ich wollte eigentlich keine CD machen, weil mir das finanzielle Risiko zu groß war. Aber es hatten dann so viele nachgefragt, dass ich es probiert habe. Verdient habe ich daran zwar nichts aber der Verkauf hat die Unkosten hereingespielt.“  

Du hast Dein eigenes Label und Deinen eigenen Verlag, hast Du noch andere KünstlerInnen unter Vertrag?  

Nein, und das hat zwei gute Gründe. 1. Ich bin ein Ein-Frau-Betrieb und kann gerade mal die ganze Arbeit leisten, um meine eigenen Bücher und CDs zu produzieren. Und 2. habe ich nicht den finanziellen Hintergrund, um auch andere zu produzieren. Zudem ist in Zeiten, in dem jede gekaufte CD schätzungsweise 10x gebrannt und als Raubkopie verschenkt wird ,eine CD - Produktion ein großes finanzielles Risiko. Ich finde das sehr schade, denn langfristig wird das zur Folge haben, dass Eigenproduktionen nicht mehr auf den Markt kommen, weil kleine Labels, wie das meine, von dem geringen Verkauf nicht leben können. Da wir bei großen finanzstarken Labels keinen Vertrag kommen, wird unsere Musik über kurz oder lang nicht mehr auf CDs zu hören sein. Dies ist jetzt keine Miesmacherei, sondern leider Realität, jedenfalls, wenn die Tendenzen so weitergehen. Und was die Verkaufszahlen angeht, so bestätigen sie dieses.

Ich hoffe, es wird mal ein Umdenken einsetzten, denn wir ‚Lesben’ haben eh nur einen kleinen ‚Markt’, und diejenigen, die unsere Kunst zu schätzen wissen, - und wollen, dass es diese weiterhin gibt - sollte dies mit einer gekauften CD auch honorieren. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich mit der neuen CD ‚Damenwahl’ machen werde. Sie ist seit Anfang Januar auf dem Markt und ich hoffe, es wird nicht meine letzte sein.“

Welche Themen greifst Du in Deinem neuen Kabarettprogramm „Damenwahl“ auf?  

„Damenwahl ist nach meinem sozial-politischen Programm ‚Alles wird gut’ wieder ein rein monothematisches Programm. D.h. es geht inhaltlich ausschließlich um Lesben. Homo-Ehe, LFT, CSD, Kinderwunsch, Toleranz und Zukunftsvisionen sind die Schwerpunkte. Da ich keinen Abklatscht von ‚Liebe, Lust und Leidenschaft’ machen wollte, bleibt der ganze Beziehungs- und Szenealltag außen vor. Dafür ist das Programm diesmal nicht nur enorm witzig und somit unterhaltsam, sondern auch politisch geworden. Dies war mir wichtig, vor allen jetzt, wo ja seit dem 1.8.2000 scheinbar alles in Ordnung ist und alle Lesben demnächst glücklich verheiratet ihre Kleinfamilien gründen. Außerdem ist ‚Damenwahl’ ein reines Wortprogramm, dafür aber stand up zwischen Comedie und Kabarett. Aber das lässt sich nicht beschreiben, dass muss eine einfach sehen!“

Wo kann können wir Deine Aufführungen sehen?

„Über all da, wo ich engagiert werde. Da mich viele Veranstalter aber nicht kennen, buchen Sie nicht sofort von selber. Es ist sehr hilfreich, wenn vor Ort das Publikum mal nachfragt und den Herren - und das sind die meisten - auf die Zehen treten.  

Der Kleinkunstbereich ist ein Markt wie jeder andere und auch hier gilt: Die Nachfrage regelt das Angebot.  

Meine Aktueller Tourplan befindet sich auf meiner Homepage: www.voelker-kabarett.de.

Manuela Wehrle
(Fotos: Sibylle Ostermann und Marlene Ramm)

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